Hart auf dem Boden der Realität gelandet

28. November 2025

3.Meisterschaftsrunde, Kleinfeld, 09. November 2025

Saison 2025/26 – Herren II UHC Wolhusen

3. Liga ¦ Gruppe 05

Hart auf dem Boden der Realität gelandet

Nachdem die Herren II Mannschaft des UHC Wolhusens am letzten, zweiten Spieltag über sich hinausgewachsen ist und zwei überragende Siege gegen die Top Teams aus Hildisrieden und Sursee feierte, landete man nun an der 3.Meisterschaftsrunde unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Zwei äusserst bittere Pleiten waren das Resultat – nun muss man sich erstmal wieder sammeln.

UHC Wolhusen II – Vipers Innerschwyz 08:14 (04:09)

Unbequemer Gruppensieger 2024/25

Mit einem Rucksack voller Selbstvertrauen stiegen die Herren II des UHC Wolhusens in die 3.Meisterschaftsrunde. Nach 3 Siegen in Serie wollten die Wolhuser natürlich weiterhin auf ihrer Erfolgswelle reiten. Mit den Vipers Innerschwyz stand den Wolhuser Herren dieses Mal allerdings das wohl grösste Kaliber der 3.Liga-Gruppe gegenüber. In der letzten Saison gewannen die Schwyzer die Gruppe, verzichteten aber auf den Aufstieg in die 2.Liga. Dennoch hat der UHCW die Vipers auch schon gebissen und Siege feiern können in der 3.Liga – unvergessen dabei der Sieg in der Berghofhalle mit Erni im Tor und Kanadier Spycher, welcher damals gefühlt 37 Treffer erzielte.

Desaströse Halbzeit

Die Vipers Innerschwyz waren, anders als in den letzten Runden, dieses Mal in Vollbesetzung am Start. Und die Vipers in Vollbesetzung sind dann wohl einfach das stärkste Team in dieser Liga, somit «darf» man auch mal gegen die routinierten, zweikampfstarken Innerschwyzer verlieren. Trotz allem glaubten die Wolhuser an ihre Chance. Was der UHCW dann allerdings in der ersten Halbzeit anboten war schlicht und einfach ungenügend. Es war weit weg von dem, was die Jungs vom Emmenknie in den ersten beiden Runden auf den Platz brachten. Bereits nach 13 Sekunden landete der erste Ball im Netz – Lustenberger musste ein erstes Mal hinter sich greifen. Die Wolhuser konnten jedoch direkt reagieren, genau gleich wie auf das 1:2, respektive 1:3. Nach einem Doppelschlag der Vipers war es Andri Waltisberg, welcher auf 2:3 verkürzte. Doch wiederum beim nächsten Shift fiel das 2:4. Darauf war es der äusserst auffällige Lanz, welcher noch einmal verkürzte. Doch ab Minute 10 fiel das Kartenhaus der Wolhuser komplett auseinander.

3 Penaltys in einer Halbzeit

In der 11. Und 15.Minute kassierten die Wolhuser nach klaren Foulspielen von Waltisberg und Portmann jeweils einen Penalty. Weder Lustenberger beim ersten Penalty noch Ettlin beim zweiten Penalty konnten den Gegentreffer verhindern. Und als die Vipers auch noch in Überzahl agieren konnten, stand es plötzlich 3:7. Die Chance bot sich Wolhusen in der 17.Minute etwas näher zu kommen. Doch für einmal blieb der ansonsten Top-Penaltyschütze Wyss beim Penalty ohne Erfolg. Immerhin traf von Gunten noch zum 4:7. Doch bei Wolhusen passte defensiv nichts zusammen und so gab es nur weiter grosses Kopfschütteln bei Trainer Hartmann, denn in der Schlussminute kassierte man zwei weitere Gegentreffer. 4:9 (!) nach 20 desaströsen Minuten. Es war dann wohl eine der schwächsten Halbzeiten der Wolhuser in der 3.Liga. Von vorne bis hinten schlicht und einfach ungenügend. Bei 9 Gegentreffern in 20 Minuten gewinnst du definitiv keinen Blumentopf.

Die Fans – der einzige Lichtblick

Wieder einmal wurden die Wolhuser Jungs von zahlreichen Fans unterstützt. Eindrücklich, das Bild, welches die Wolhuser Supporter in der Kottenmatte in Sursee abgaben. Sursee zog gar ob dem jeweiligen Grossaufmarsch der Wolhuser Fans einen Tribünen Anbau in Erwägung für diese Meisterschaftsrunde. Es fanden dann aber doch alle Tivosi Platz auf der Tribüne, ohne Anbau, und sie waren es, die an diesem Tag ganz klar die «Best Player Auszeichnung» verdient hätten. Vielen Dank einmal mehr für die grossartige Unterstützung – auch wenn für einmal einer der Edelfans, der tosende Tony, nicht mit von der Partie war.

Über die zweite Halbzeit gibt es eigentlich nicht vieles zu sagen. Das Spiel blieb verhext und ungenügend, auch wenn eine kleine Leistungssteigerung bei Wolhusen auszumachen war. In den ersten zwei Minuten verkürzten Wyss und Waltisberg auf 6:9. Ein leiser Hoffnungsschimmer. Doch dieser erlosch innert Kürze und die Vipers nutzten die defensiven Unzulänglichkeiten zu weiteren Treffern. Und wenn du denkst, es kann nicht noch schlimmer kommen, dann kommts eben doch noch knüppeldicker. Der unverzichtbare Aggressivleader Flurin Waltisberg zog sich nach einem Foulspiel eine Schulterverletzung zu – und konnte an diesem Sonntag fortan nicht mehr mittun. Zum Glück wurde die johlende Brigitte sofort zur Samariterin und pflegte Flurin, so dass dieser die Partie immerhin am Spielfeldrand mitverfolgen konnte. Am Ende stand eine hoch verdiente 8:14 Pleite gegen den letztjährigen Gruppensieger. Der klar schwächste Auftritt der Wolhuser in dieser Saison. Die Siegesserie riss leider und es galt, den Fokus auf die nächste, noch wichtigere Partie gegen Floorball Albis zu richten.

Matchtelegramm

Sporthalle Kottenmatte, Sursee (LU)

UHC Wolhusen II – Vipers Innerschwyz 08:14 (04:09)

Tore: 01. Innerschwyz 0:1. 02. Lanz (Wyss) 1:1. 03. Innerschwyz 1:2. 04. Innerschwyz 1:3. 06. Waltisberg A. (Heller) 2:3. 06. Innerschwyz 2:4. 07. Lanz (Wyss) 3:4. 11. PS Innerschwyz 3:5. 15. PS Innerschwyz 3:6. 17. PP Innerschwyz 3:7. 19. von Gunten 4:7. 20. Innerschwyz 4:8. 20. Innerschwyz 4:9. 21. Wyss 5:9. 22. Waltisberg A. 6:9. 22. Innerschwyz 6:10. 25. Innerschwyz 6:11. 27. Innerschwyz 6:12. 33. 4vs3 Bammert (Wyss) 7:12. 36. PS Innerschwyz 7:13. 36. 4vs3 Wolhusen 7:14. 38. PP Wyss (von Gunten) 8:14.

Strafen: 1mal 2 Minuten Strafen gegen Wolhusen. 1mal 2 Minuten gegen Vipers Innerschwyz

Bemerkungen: 4 Penaltys in einem (!) Spiel – das haben wir doch wahrlich noch nie erlebt. Unglaublich. Aber ja, bei 14 Gegentreffern darfst du dich nicht beschweren, wenn du keine Punkte gewinnst.

UHC Wolhusen II – Floorball Albis 08:10 (05:04)

Jetzt erst recht

Aufstehen – Krone richten – weiter geht’s. Aus Sicht des UHCWs galt es, das Spiel gegen die Vipers möglichst schnell abzuhaken und nach vorne zu blicken. Es wartete das Duell gegen Floorball Albis, welche nicht gut aus den Startlöchern kamen in dieser Saison. In den letzten 2 Jahren gab es jeweils 4 sehr umkämpfte und intensive Duelle gegen das sympathische, faire Team aus Albis. Die Vorfreude auf das Wiedersehen mit Floorball Albis war gross und Wolhusen gewillt, etwas wieder gutzumachen. Die Wolhuser Jungs hatten die Zuversicht wieder zurückgewonnen und mit Blick auf die vielen erfolgreichen Partien bisher in dieser Saison war man überzeugt, nun auch an diesem Sonntag zu punkten.

Perfekter Start

Was die Wolhuser dann in der Startphase der ersten Halbzeit abfeuerten war eindrücklich. Die Wolhuser erzielten nicht nur Tore, nein. Es waren gleich einige Treffer dabei, welche es locker am Ende der Saison in die Wahl zum «Tor des Jahres» schaffen werden. Vor allem die Linie um Lanz, von Gunten und Wyss zauberte vereinzelt, als hätten alle den Zauberstab ausgepackt. Wahnsinn. Obwohl die Wolhuser neuerlich in der 1.Minute in Rückstand gerieten – schon wieder mit dem ersten Torschuss – reagierten sie postwendend und nahmen das Zepter direkt in die Hand. Es spielte nur Wolhusen. Und so waren es A.Waltisberg, zweimal Lanz sowie Heller und Wyss welche Wolhusen bis in die 13.Minute mit 5:1 in Führung schossen. Albis wusste nicht wie ihnen geschah und bereits in der 13.Minute bezog Albis sein Timeout. Im Nachhinein sollte sich genau dieses Timeout als goldene Wahl des Albis Trainers erweisen und als kompletter Bruch im Spiel des UHCWs. Ab dann war das Spiel ein anderes, wobei Glücksgöttin Fortuna den UHCW plötzlich verliess. Es klappte auf einmal nur noch wenig, das Wettkampfglück war definitiv auch nicht auf der Seite der Wolhuser und man begann, defensiv weniger konsequent zu arbeiten.

Albis Aufholjagd

Bis zur Halbzeitpause gelangen Floorball Albis noch 3 Treffer. Mit 5:4 lagen die Wolhuser zur Pause allerdings noch immer in Führung. Alles gut, meinte auch Cheftrainer Hartmann, welcher wieder an die Spielfreude und defensive Konsequenz der Startphase appellierte. «Wir können das Ding hier nur als Team gewinnen. Einer alleine wird’s nicht richten können», lautete die klare Botschaft.

Doch irgendwie schienen die Worte nicht angekommen zu sein und Wolhusen bekundete Mühe, die Spielkontrolle der Startphase wieder zurückzugewinnen. In den ersten 6 Minuten der zweiten Halbzeit tat sich wenig, doch mit einem Doppelschlag in der 26. respektive 28.Minute drehte Albis die Partie nun definitiv. 5:6 aus Sicht der Wolhuser.

Dramatische Entwicklung in der Schlussphase

Doch dass die Wolhuser eine gestärkte Einheit sind, bewiesen sie in den folgenden Minuten. Plötzlich funktionierte das Spiel wieder besser und miteinander wendete der UHCW noch einmal das Blatt. Wyss und Bammert trafen und der Jubel war riesig. 7:6 führten die Wolhuser nun 10 Minuten vor Schluss. Doch einmal mehr kassierte der UHCW in einem so genannten «Big Shift» den Ausgleichstreffer (direkt nach einem erzielten oder kassierten Tor = Big Shift). Nun lag das Spiel auf des Messers Schneide und es brauchte schon neuerlich einen Geniestreich von Lanz, um den UHCW wieder auf die Siegesstrasse zu bringen. 8:7. Der Sieg war nahe, aber der Gegner zäh. Doch Floorball Albis, ähnlich wie die Wolhuser, ist bekannt dafür, dass sie nie aufgeben und kämpfen bis zur letzten Sekunde. Und dieser Glaube, diese Konsequenz führte zu einem weiteren Doppelschlag an diesem Tag. Die 35.Minute sollte zur «Killer-Minute» werden. Vom 8:7 zum 8:9. Nun drohte dem UHCW der punktelose Sonntag. Doch Albis setzte, noch bevor Wolhusen mit einem vierten Feldspieler agieren konnte, mit dem 10.Treffer den entscheidenden Dolchstoss. 8:10. Das 4 gegen 3 Spiel der Wolhuser brachte keinen Erfolg und als kurz vor Ende der Partie noch eine Strafe gegen Wolhusen ausgesprochen wurde, war der Mist geführt. Albis brachte den Sieg ins Trockene.

Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt

Nach dem unglaublichen 4-Punkte-Sonntag in der 2.Meisterschaftsrunde gab es nun den punktelosen Sonntag in Sursee. Ausgerechnet in Sursee. Himmelhochjauchzend vor drei Wochen, nun zu Tode betrübt. So schnell kann es im Sport eben auch ab und zu gehen. Doch wenn die Wolhuser in den letzten Jahren etwas bewiesen haben, dann dass sie alle Stehaufmännchen sind. Sie haben es immer wieder geschafft, auf Rückschläge zu reagieren. Und sie werden dies auch dieses Mal tun. «Wir wollen zurück in unsere Luftschlösser auf Wolke 7» – oder so ähnlich. Auf geht’s Boys – wir können es schaffen – aber nur gemeinsam, als Team, miteinander.

Matchtelegramm

Sporthalle Kottenmatte, Sursee (LU)

UHC Wolhusen II – Floorball Albis II 08:10 (05:04)

Tore: 01. Albis 0:1. 05. 2vs2 Waltisberg A. 1:1. 07. Lanz 2:1. 10. Lanz (Wyss) 3:1. 12. PP Heller (Meyer) 4:1. 13. Wyss (von Gunten) 5:1. 15. Albis 5:2. 17. Albis 5:3. 18. Albis 5:4. 26. Albis 5:5. 28. Albis 5:6. 29. Wyss (von Gunten) 6:6. 30. Bammert (Waltisberg A.) 7:6. 30. Albis 7:7. 33. Lanz (von Gunten) 8:7. 35. Albis 8:8. 35. Albis 8:9. 37. Albis 8:10.

Strafen: 2mal 2 min. Strafen gegen Wolhusen. 2mal 2min. gegen Floorball Albis

Bemerkungen: Eine der grössten Enttäuschungen in den letzten Jahren. 5:1 nach 15 Minuten und das Spiel komplett im Griff. Und am Ende diese bittere Niederlage. Es fehlen die Worte.

Für Wolhusen spielten:

Fabian Lustenberger (T) (12 GT/40`), Tobias Ettlin (T) (11 GT/40`).

Luca Wyss (C) ( 4 / 4 / 0 / +1 / +0), Yannik von Gunten (A) (1 / 4 / 4 / +1 / +0), Ändu Lanz (5 / 0 / 2 / +1 / +0); Lian Heller (1 / 1 / 0 / -1 / -3), Andri Waltisberg (3 / 1 / 0 / -1 / -2); Flurin Waltisberg (0 / 0 / 0 / -1); Pirmin Meyer (0 / 1 / 0 / -6 / -1), Benjamin Spycher (0 / 0 / 0 / -2 / -1), Levin Portmann (0 / 0 / 0 / -6 / -1), Daniel Bammert (2 / 0 / 0 / -5 / -2).

Coach: Armin Hartmann

Abwesend: Cyrill Stalder (verletzt), Matthias Stirnimann

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