39 Minuten wären eigentlich genug

11. April 2026

8.Meisterschaftsrunde, Kleinfeld, 29. März 2026

Saison 2025/26 – Herren II UHC Wolhusen

3. Liga ¦ Gruppe 05

39 Minuten wären eigentlich genug

Spannung pur bei den Herren II des UHC Wolhusens bis zum Schluss. Die zweitletzte Meisterschaftsrunde für das Team vom Emmenknie nach Hildisrieden. Zwei sehr schwierige Aufgaben standen an, im Kampf um den Ligaerhalt, im Kampf um einen Platz an der Sonne. Von Platz 3 bis Platz 9 ist weiterhin alles möglich für die Wolhuser Jungs. Das Ziel für die verbleibenden zwei Runden war vom Team klar formuliert worden: 6 Punkte sollen es in den letzten 4 Partien werden. Den Anfang schaffte man in Hildisrieden – mit einem allerdings bitteren Nachgeschmack.

UHC Wolhusen II – Floorball Albis 06:06 (03:02)

Duell auf Augenhöhe

Floorball Albis – ein Gegner, gegen den man sehr oft und auch jeweils gerne antrat in den letzten Jahren. Die Spiele waren immer höchst umkämpft und ausgeglichen. Zudem pflegen die Zürcher ein ähnliches Spiel wie die Wolhuser, was zu intensiven Fights führte. Der UHCW hatte in dieser Saison allerdings noch eine Scharte auszuwetzen: Im ersten Saisonduell führte man mit 5:1 ehe der schlaue Fuchs von Albis sein Timeout bezog. Am Ende kassierte man die wohl unnötigste Niederlage der Saison: 8:10. Dieses Mal wollte man die Zürcher definitiv in den Abstiegskampf schicken, und sich selbst etwas Luft verschaffen.

Der ewige, unermüdliche Meyer

Das Spiel startete, wie immer mal wieder, nicht optimal aus Wolhuser Sicht und bereits im ersten Shift kassierte man das 0:1. Doch die Wolhuser haben gelernt, auch damit umzugehen in dieser Saison. Immer wieder schaffte man es, darauf auch zu reagieren. So auch in diesem Spiel. Und es war der «alte Hase», der Routinier, der unermüdliche, ewige Fighter Meyer, dem endlich wieder einmal ein Schuss ins Glück gelang – das erste Saisontor war der Dosenöffner fürs Tempospiel der Wolhuser. Nur wenig später war es der «andere etwas ältere Hase» Bammert, welcher zum 2:1 einnetzte. Als Lanz kurz später ebenfalls traf, schien das Spiel in die richtige Richtung zu laufen. Etwas Pech bekundete Wolhusen beim Pfostenschuss von Heller, welcher um ein Haar auf 4:1 gestellt hätte. Ein Geschenk der Wolhuser verhalf dann Albis allerdings mittels Buebetrickli noch vor der Pause zu verkürzen. Leider kam dann auch noch eine Strafe gegen Lanz dazu, welche kurz vor dem Pausentee ausgesprochen wurde. Trotzdem: Eine starke Leistung in den ersten 20 Minuten, die Hoffnung auf 2 Punkte machten.

Strafen brechen den Rhythmus

Die Wolhuser Jungs starteten also in Unterzahl in die zweite Halbzeit. Die Strafe war beinahe gekillt, als sich Ettlin im Wolhuser Tor doch noch bezwingen lassen musste. Es war aber der Wolhuser Keeper, welcher dank einiger starken Paraden das Team immer wieder vor weiteren Gegentreffern bewahrte. Das Ausgleichstor brachte Wolhusen etwas aus dem Tritt und kurz später kam eine weitere, eher unnötige Strafe gegen Bammert dazu. Wolhusen agierte allerdings sehr souverän, ersetzte bei Ballgewinn den Torhüter durch einen 3.Feldspieler und schaffte es mit vereinten Kräften, die Strafe zu überstehen,

Dramatische Schlussphase

Die Teams schafften es, sich in der Folge mehrheitlich zu neutralisieren. Mehrheitlich, aber nicht immer. In der 28.Minute ging Albis erstmals in diesem Spiel in Führung. Wolhusen drohten die Felle davon zu schwimmen. Doch dann kassierten auch die Zürcher eine Strafe und das Wolhuser Powerplay, welches in dieser Saison bei einer Erfolgsquote von 84.6 % steht, lieferte auch in diesem Überzahlspiel: Bammert – noch leicht gefrustet und verärgert über seine Strafe von zuvor – hämmerte den Ball humorlos in die Maschen. Wolhusen glich aus: 4:4. Und wenig später war es Lanz mit seinem gefürchteten Airhook, welcher den UHCW wieder in Führung schoss.

Doch wenn etwas klar wurde in den letzten Jahren, dann, dass Floorball Albis erst besiegt ist, wenn der Schiedsrichter die Partie abpfeift. Albis haute alles rein und glich in der 36.Minute aus. Nun schien es, als würden sich beide Teams dann doch auch mit dem einen Punkt zufriedengeben. Nicht so Benjamin Spycher: Der Kanadier in Reihen des UHC Wolhusen haute den Ball unters Lattendach, als gäbe es kein Morgen mehr – dabei hätte er doch wechseln sollen. Zum Glück hört der Kanadier nicht immer auf seinen Coach. 6:5. Wolhusen lag wieder vorne und hatte nun die Chance, die Partie irgendwie nachhause zu schaukeln. Die Wolhuser kontrollierten den Ball, genau dies war das Ziel. Es gelang vorzüglich, so dass Albis gar nicht erst mit einem 4 gegen 3 den Ausgleich noch anstreben konnte. Doch in den letzten Sekunden eroberte Albis noch einmal den Ball und holte gar einen Freistoss in der Offensivzone heraus. Und tatsächlich: Wolhusen liess sich 2 (!!) Sekunden vor Schluss doch noch erwischen. Mit dem letzten Schuss der Partie glich Floorball Albis aus. Was für ein bitterer Punktverlust für die Herren II des UHC Wolhusens.

Somit bleibt weiterhin alles möglich – zwischen Platz 3 und 9 ist es äusserst eng und umkämpft. Albis lebt weiterhin im Kampf um den Ligaerhalt, Wolhusen muss weiterhin etwas zittern.

Matchtelegramm

Turnhalle Yetis, Hildisrieden (LU)

UHC Wolhusen II – Floorball Albis 06:06 (03:02)

Tore: 01. Floorball Albis 0:1. 08. Meyer (Heller) 1:1. 13. Bammert (Lanz) 2:1. 15. Lanz (Wyss) 3:1. 18. Floorball Albis 3:2. 21. PP Floorball Albis 3:3. 28. Floorball Albis 3:4. 30. PP Bammert (Wyss) 4:4. 32. Lanz (Wyss) 5:4. 36. Floorball Albis 5:5. 38. Spycher 6:5. 40. 4vs3 Floorball Albis 6:6.

Strafen: 2mal 2 Minuten Strafen gegen Wolhusen. 1mal 2 Minuten gegen Floorball Albis

Bemerkungen: Ein ganz bitterer Punktverlust. 2 (!!) Sekunden vor Schluss schlug es nochmals ein. Was für eine dramatische Schlussphase.

UHC Wolhusen II – Vipers Innerschwyz II 07:07 (04:01)

Bammerts Trainer-Comeback

Gegen den Tabellen-Zweiten, die Vipers Innerschwyz, mussten die Wolhuser Jungs auf Coach Hartmann verzichten, welcher nach sehr langer Zeit wieder einmal ein Spiel seiner Jungs verpasste. So kam der ehemalige äusserst erfolgreiche Cheftrainer Bammert zu einem Blitz-Comeback auf dem (Spieler-)Trainer Stuhl als Interimscoach. Und ja, Hartmann sollte auf seiner Reise nach Genf aufgrund des Livetickers Bauklötze staunen.

Grandioses erstes Drittel

Was die Wolhuser im ersten Drittel abrissen, war unglaublich und höchst eindrücklich. Anhand dieser bärenstarken Leistung muss definitiv über ein langfristiges Comeback von Bammert auf dem Trainer-Stuhl nachgedacht werden. Verhandlungen scheinen im Hintergrund bereits angelaufen zu sein. Sportchef Zihlmann will sich dazu allerdings nicht äussern.

Auf jeden Fall: Während Hartmann Richtung Genfersee düste, dominierten die Wolhuser den letztjährigen Gruppensieger aus dem Kanton Schwyz. Heller, Wyss und Lanz schossen Wolhusen bis zur 8.Minute mit 3:0 in Front. Auch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer der Vipers konnte den UHCW nicht aus dem Konzept bringen. Und auch in dieser Partie war das Powerplay erfolgreich. Die erste Chance wurde sogleich ausgenutzt: Lanz traf zum 4:1. Bis zur Pause hatten die Wolhuser das Spiel und den Gegner fest im Griff. Wow – was für eine Halbzeit. Die Vipers Innerschwyz hatten in dieser Saison nie weniger als 6 Treffer in einem Spiel erzielt und sogar 5mal 10 oder mehr Tore geschossen. Sie sind definitiv die Baller-Truppe der Liga. Doch der UHCW hatte ein Rezept gefunden, sie defensiv zu kontrollieren.

Verhängnisvolle 95 Sekunden

Der Start in die zweite Halbzeit ging vollends in die Hosen: Innert 95 Sekunden kassierte der UHCW nicht weniger als 3 (!) Gegentreffer. Die Vipers Innerschwyz drückten kurzzeitig aufs Gaspedal und schon war der herrliche 3-Tore Vorsprung verspielt. Interims-Coach Bammert bezog direkt sein Timeout und weckte seine Jungs. Das Momentum musste unbedingt gebrochen werden. Und genau dies gelang den Wolhusern. Sie übernahmen wieder die Kontrolle, spielten wieder konsequenter auch in der Defensive. Und in der 31.Minute war es Spieler-Trainer Bammert him self, welcher Wolhusen wieder in Führung brachte. Wyss setzte noch eines obendrauf. Wolhusen wieder im Aufwind und auf dem richtigen Weg.

Fehlende Disziplin verhindert den grossen Coup

Neuerlich muss die fehlende Disziplin beim UHCW angesprochen werden. Dieses Mal wurde man ziemlich hart dafür bestraft. Zuerst war es Portmann, der für eine unnötige, ärgerliche Strafe rausgeschickt wurde. Die Stärke der Vipers im Powerplay ist ligaweit bekannt – 6:5. Captain Wyss schnürte kurz später allerdings seinen Hattrick und brachte schwarzgelb weder in Führung. Doch eine weitere unnötige Strafe gegen Bammert brachte die Vipers zurück ins Geschäft. Die Strafe war beinahe überstanden, ehe den Vipers Innerschwyz doch noch das Anschlusstor zum 6:7 gelang. 28 Sekunden vor Schluss verkürzten die Vipers. Und es kam noch schlimmer, wie zu befürchten war. Das gnadenlos effiziente und äusserst starke 4 gegen 3 Spiel der Schwyzer brachte tatsächlich noch den Ausgleich. Es fehlten 20 Sekunden. 2 Sekunden fehlten zum Sieg gegen Floorball Albis, 20 Sekunden waren es gegen die Vipers. Hätten die Partien jeweils 39 statt 40 Minuten gedauert – Wolhusen hätte beide Spiele für sich entschieden. Hätte, hätte Fahrradkette. Wolhusen muss sich ganz schön an die eigene Nase fassen.

2 Punkte gewonnen – oder doch zwei verloren?

Nun ja: Wolhusen holte zwei weitere wichtige Punkte, blieb unbesiegt und schaffte gegen die Vipers, was wenigen Team in dieser Saison gelang. Doch am Ende ist es mindestens 1 verlorener Punkt – mit 4 Punkten wären man dann doch etwas zu gut bedient gewesen. Aber 2 Punkte sind mindestens ein Punkt zu wenig. Schade, und trotzdem lässt sich auf diesen Leistungen weiter aufbauen. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze vor der letzten Runde beträgt nun 3 Punkte, wobei es zum Direktduell mit den Regazzi Verbano Gordola kommt. Es bleibt höchst spannend, bis zum Schluss.

Matchtelegramm

Turnhalle Yetis, Hildisrieden (LU)

UHC Wolhusen II – Vipers Innerschwyz 07:07 (04:01)

Tore: 02. Heller (Spycher) 1:0. 02. Wyss (Lanz) 2:0. 08. Lanz (Wyss) 3:0. 11. Vipers 3:1. 15. PP Lanz (Wyss) 4:1. 24. Vipers 4:2. 25. Vipers 4:3. 26. Vipers 4:4. 26. Timeout Wolhusen. 31. Bammert (Lanz) 5:4. 33. Wyss (Lanz) 6:4. 36. PP Vipers 6:5. 36. Wyss (Lanz) 7:5. 40. PP Vipers 7:6. 40. 4vs3 Vipers 7:7.

Strafen: 2mal 2 min. Strafen gegen Wolhusen. 1mal 2min. gegen Vipers Innerschwyz

Bemerkungen: Ein Punktgewinn gegen den Tabellen-Zweiten und letztjährigen Gruppensieger. Ein gewonnener Punkt – mit bitterem Nachgeschmack, nach diesem Spielverlauf.

Für Wolhusen spielten:

Fabian Lustenberger (T) (07 GT/40`), Tobias Ettlin (T) (06 GT/20`); Luca Wyss (C) (3 Tore / 5 Assists / 0 Strafminuten / -2 / +2), Daniel Bammert (3 / 0 / 4 / +0 / +2), Ändu Lanz (4 / 5 / 2 / -2 / +2); Benjamin Spycher (1 / 1 / 0 / +2 / -1), Lian Heller (1 / 1 / 0 / +1 / -1), Levin Portmann (0 / 0 / 2 / -1 / -1), Pirmin Meyer (1 / 0 / 0 / +2 / +0).

Coach: Armin Hartmann, Daniel Bammert

Abwesend: Yannik von Gunten, Flurin Waltisberg, Andri Waltisberg (verletzt), Matthias Stirnimann, Cyrill Stalder (verletzt).

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